Schatz, der Wagen müsste mal wieder ... - der Waschstraßen-Report

Winterliches Schmuddelwetter wird von Waschstraßenbetreibern  iniziiert, sagt man ...

Die schmutzige Seite des Winters trägt maßgeblich mit dazu bei, dass ich eher ein 'Sommer-Mensch' und ganz froh bin, wenn die dunkle, glatte, nasse und kalte Zeit des Jahres wieder hinter mir liegt.  Und dann dieser Dreck am Straßenrand und an den Autos. Nicht, dass ich besonders empfindlich oder gar neurotisch bin, was schmutzige Autos angeht. Im Gegenteil. Aber zuviel ist dann einfach mal zuviel. Da war dann ausnahmsweise ein ganz großes Wasch-Programm fällig. Zwar teuer, was der Grund dafür ist, dass unser Wagen in letzter Zeit kaum in diesen 'Genuss' kam - und mit 'letzter Zeit' sind durchaus Jahre gemeint. Ich könnte auch sagen: alles eine Sache von Prioritäten. Also dann, Kamera einpacken - es war ein Stadtportrait geplant - und los. Erst die Wagenwäsche, dann die Fotos. Oder?  Was spricht eigentlich dagegen, den Waschakt fotografisch auszuschlachten, dachte ich mir. Den Leuten, die mich an der Tanke beobachtet haben, mag ganz anderes Gedankengut durch den angesichts der Temperaturen vermutlich kühlen Kopf gegangen sein. Wer weiß? Oder besser: wen kümmert's? Mich zugegebenermaßen in dem Moment nicht. Aktuell stand ein sauberes Auto auf meiner allzeit präsenten Prioritätenliste ganz weit oben ...

 

... sieht doch gar nicht so schmutzig aus? Das täuscht allerdings. Also auf geht's ...

 

SuperWash - der Name ist Programm - hoffe ich. Habe die unterschiedlichsten Erfahrungen mit Waschstraßen und nicht immer hat der recht teure Einsatz elektronisch gesteuerter Wasch-Mechanik mit Nano-Konservierung und Lotus-Effekt im Oberflächen-Finish zum gewünschten Ergebnis geführt. Also: noch 'nen Euro draufgelegt für eine Man-Power-Vorwäsche mit Hochdruck-Reiniger und Waschlappen des wirklich freundlichen Tankstellen-Mitarbeiters. Er war nicht zu beneiden, war er doch bei diesem Mistwetter auch noch den ganzen Tag der zur Reinigung künstlich herbeigeführten Nässe ausgesetzt. Brrrr.


Wenig erstaunt stellte ich fest, dass ich längst nicht alleine war mit Absicht und Bedürfnis, den fahrbaren Untersatz einer Reinigung unterziehen zu wollen. Flüchtige Gedanken, wie 'können die denn nicht am Wochenende ...' ließ ich großmütig in Richtung des 7 PKW hinter mir stehenden rüstigen Rentners Roland (Name, Status und Platz in der Schlange frei erfunden;- Anmerk. d. Red.) ziehen. Meine Zeit wird kommen. Und sie kam ...


Im Allgemeinen ist es nicht mein vordringlichster Wunsch, nach allen Regeln der Kunst eingeseift zu werden. Hier war das mal anders. Ok, nicht ich war der Eingeseifte, sondern mein Auto. Das macht bei mir noch einen Unterschied. Dies ist nicht immer so, hörte ich doch schon von Zeitgenossen, die sich derart mit ihrem fahrbaren Untersatz identifizieren, dass es zu einer Art Verschmelzung von 'Persönlichkeiten' geführt haben soll. Gerüchte. Natürlich ;-)


Ja, das war's. Jetzt darf es auch mal wieder zum losen Kontakt mit Kleidungsstücken aller Art kommen ohne dass dies eine mittelschwere Waschaktion auf anderer Ebene nach sich zieht. Vorerst sauber. Und irgendwann, wenn der Schmutz wieder ausreicht, dass sich weibliche Nutztiere mit ihren drei Buchstaben auf meinem Wagen 'verewigen' können, dann schau ich mal wieder vorbei ... und wenn ich Glück habe, bekomme ich vorher einen Gutschein, der meine Bezahl-Bonuspunkte verzehnfacht. Und wenn dann dieser launische Kassencomputer diesen Gutschein auch noch akeptiert, dann kann ich am Ende des Tages milde lächelnd und voller Stolz behaupten: dies war MEIN Tag !!!


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