nah dran: am Tagebau Garzweiler

Und erneut ist das Thema Umwelt und Energie Basis für eine Fotoserie. Heute geht es aber nicht um Abbau oder Verarbeitung von Rohstoffen. Es geht um Orte, die keine mehr sind. Orte, die Schätze unter sich verbergen, die es zu heben gilt. Schätze, die ein Energieriese - dann zu Strom aufbereitet - unter's Volk bringt. Schätze, deren Veräußerung unter anderem maßgeblichen Anteil am finanziellen Erfolg des Energieriesen hat und dessen Bilanz positiv beeinflussen soll.

Mein Augenmerk liegt auf der Schattenseite der gigantischen Wertschöpfungs-Maschinerie. Ich war dort, wo Menschen ihre Heimat aufgeben mussten. Ihr Zuhause, das vielleicht sogar ein Leben lang bewohnt haben, jetzt aber für 'höhere Ziele' aufgeben mussten. GEMEINWOHL GEHT VOR EIGENWOHL - so heißt es in der deutschen Rechtsprechung - und vielleicht macht es ja tatsächlich Sinn. Jedenfalls solange man nicht persönlich betroffen ist. Gemeinwohl gilt es also gegen alle Widerstände durchzusetzen, notfalls bis zur Enteignung. Gut, es gibt Ersatz. Ein neues, schönes Heim in einem neuen, sauberen Ort. Gewachsene Strukturen? Fehlanzeige. Alles neu. Quadratisch. Praktisch. Gut? Vielleicht, ich kann es nicht wirklich beurteilen. Beim Anblick eines neu aus dem Boden gestampften Ortes fiel mir nur eines ein: seelenlos. Doch jetzt zurück zum Alten. Vergänglichen. Vergangenen. Ich habe es als sehr beklemmend empfunden, durch diese Geister-Orte zu gehen. Viele Gedanken gingen mir durch den Kopf und stimmten mich nachdenklich. Aber das gehört hier nicht her.

Statt dessen hier jetzt meine Fotos ...

So, das waren meine Fotos aus dem unmittelbaren Umfeld des Braunkohle-Tagebaus Garzweiler. Wie schon oben erwähnt, hat mich diese Foto-Tour mitgenommen und auch noch im nachhinein beschäftigt. Schön wär's, wenn ihr mir unten in den Kommentaren mitteilt, wie die Fotos auf euch wirken. Dankeschön, dass ihr mir bis hierher gefolgt seid.


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